Österreich:Polizei Wien: Es war nicht das Nudelmonster

Hin- und Hergenudel: Die österreichischen Behörden verwehren sich dagegen, einem Atheisten aus religiösen Gründen erlaubt zu haben, auf einem Passfoto ein Nudelsieb zu tragen.

Michael Frank, Wien

Nun ist es angeblich doch nicht die Ehrfurcht vor dem "Fliegenden Spaghetti-Monster" gewesen, die dem Österreicher Niko Alm ein Passfoto auf dem Führerschein beschert hat, auf dem er ein Nudelsieb als Kopfbedeckung trägt.

Niko Alm mit Nudelsieb: Streit mit den österreichischen Behörden. (Foto: dpa)

Laut der Bundespolizeidirektion Wien wurde sein Foto nur genehmigt, weil er auf dem Bild korrekt erkennbar sei. Mit religiösen Gründen habe das Ganze, wie zuvor auch bei jetzt.de berichtet, nichts zu tun.

Allein für Passfotos gelte die Regel, dass Kopfbedeckungen aus religiösen oder gesundheitlichen Gründen zu genehmigen seien.

Der Kirchenkritiker und selbsternannte "Pastafari" Alm hatte argumentiert, sein Bekenntnis zum Nudelmonster sei genau so viel Wert wie ein Bekenntnis zu Allah oder Krishna. In Wiener Behördenkreisen wird nun gemunkelt, das schnelle Dementi der Polizei solle einen Schwall von Folgeanträgen verhindern: Würde das Sieb auf dem Kopf offiziell als religiöses Attribut anerkannt, dann entstünde daraus ein Rechtsanspruch auf den sich andere, ähnlich obskure "Gläubige" berufen könnten.

© SZ vom 15.07.2011 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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