Europa League:Frankfurt hadert

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Defensiv wirkte Frankfurt instabil, vor allem Mittelfeldspieler Djibril Sow (r.) leistete sich Aussetzer. Elegant erspielt sich hier Arsenals Bukayo Saka den Ball. (Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty)

Eintracht verliert das erste Europa-League-Gruppenspiel der neuen Saison gegen den FC Arsenal 0:3. Vor heimischer Kulisse verkauft sich das Team von Trainer Adi Hütter gegen Premier-League-Klub unter Wert.

Von Johannes Aumüller, Frankfurt

Nach dem Spiel war alles wie so oft in der vergangenen Saison. Die Spieler von Eintracht Frankfurt versammelten sich vor der Fankurve, minutenlang standen sie nebeneinander dort und durften sich lautstarke Gesänge anhören, und nur widerwillig schienen die Anhänger sie irgendwann gehen lassen. Es wirkte wie eine neuerliche europäische Feierstunde. Dabei hatten die Frankfurter das erste Europa-League-Gruppenspiel der neuen Saison gegen den FC Arsenal nicht gewonnen, sondern mit 0:3 (0:1) verloren. "Unsere Fans haben ein feines Gespür dafür, was die Mannschaft geleistet hat", sagte Sportvorstand Fredi Bobic: "Wir sind ja nicht vom Platz geschossen worden. Wir haben unsere Möglichkeiten gehabt, deswegen ist dieses Ergebnis so komisch. Zum Schluss kriegst du zwei so Eier rein."

In der Tat war die Niederlage gegen den Premier-League-Klub, bei dem diverse etablierte Kräfte nur auf der Bank saßen oder gar nicht im Kader standen, unterm Strich zwar verdient. Aber das deutliche Ergebnis spiegelte die dargebotenen Kräfteverhältnisse nicht angemessen wieder. Die Eintracht agierte zunächst stark und kam auch zu einigen guten Torszenen - nicht zuletzt durch den mal wieder auffälligen Filip Kostic auf der linken Seite und den niederländischen Sturmzugang Bas Dost. Aber defensiv wirkte Frankfurt mitunter zu instabil, vor allem Mittelfeldspieler Djibril Slow leistete sich einige Aussetzer, und so kamen auch die Londoner zu drei sehr guten Möglichkeiten. Und in der 38. Minute gingen sie auch in Führung: Joe Willock schlug am Ende eines Konters einen Haken nach rechts und hatte bei seinem Abschluss gleich doppelt Glück, weil der Ball erst abgefälscht wurde und dann die Unterkante der Latte touchierte.

Nach der Pause ging es zunächst ähnlich schwungvoll weiter, mit Chancen für die Frankfurter Kostic und André Silva, aber auch mit einem Latten-Freistoß von Londons Granit Xhaka. Aber mit der Zeit ließen die Frankfurter etwas nach, und zwölf Minuten vor Spielschluss erschwerte sich die Lage noch einmal, als Mittelfeldspieler Dominik Kohr die gelb-rote Karte sah. Diese Überzahl wussten die Londoner auszunutzen. Erst markierte Bukayo Saka mit einem Linksschuss das 2:0 (85.), drei Minuten später erzielte Pierre-Emerick Aubameyang dann den Endstand.

"Am Ende waren wir tot", erklärte Stürmer Dost. Doch allzu negativ waren die Eintrachtler nach dem Spiel nicht gestimmt. "Wir müssen positiv bleiben", befand Dost - und sagte zu den trotzig feiernden Fans: "Das ist Gänsehaut, wir werden das zurückgeben."

© SZ vom 20.09.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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