Coronavirus im Landkreis Starnberg:Mundschutz in vielen Apotheken ausverkauft

Lesezeit: 1 min

Keine Vorräte mehr: Constanze Hechtl (li.) und Lioba Sträter-Keil von der Starnberger Stadt-Apotheke. (Foto: Georgine Treybal)

Die Vorräte sind leer, die Menschen wollen sich schützen. Experten halten den Einsatz jedoch nicht für sinnvoll.

Von Christoph Koopmann, Starnberg

Kaum ist das Coronavirus bundesweit erstmals im Landkreis aufgetreten, melden die Apotheken prompt: Atemschutzmasken sind ausverkauft. Doch von Panik ist am Dienstag nichts zu spüren. Schlangen von Menschen hat das Virus jedenfalls nicht vor die Geschäfte getrieben, wohl aber einzelne Besorgte.

So wie eine Frau, die in der Starnberger Stadt-Apotheke steht. Ob sie noch einen Mundschutz bekommen könne? "Wenn es auch hier jemanden erwischt, dann will ich mich schützen", sagt sie. Doch Mitarbeiterin Constanze Hechtl winkt ab. Alles weg. "Unsere Lieferanten haben auch keine Vorräte mehr", sagt sie. In der Starnberger Filiale einer Drogeriekette sind die Masken ebenfalls vergriffen. Am Freitag komme womöglich Nachschub, sagt eine Mitarbeiterin.

Coronavirus
:Drei weitere Infizierte in Bayern

Wie der erste deutsche Patient sind sie Mitarbeiter der Firma Webasto. 40 weitere Personen könnten engen Kontakt gehabt haben. Das Unternehmen schließt vorübergehend seine Zentrale.

Von Anna Ernst

Auch die Ludwigs-Apotheke hat sonst bloß ein oder zwei Pakete à sechs Masken auf Lager. Schon am Montag habe sie Kunden vertrösten müssen, sagt Mitarbeiterin Bettina Neubarth. Auch hier: kein Nachschub. Neubarth hat kurzerhand Masken bei einem Onlinehändler bestellt, um die Regale aufzufüllen. Denn normalerweise ist der Bedarf gering. Vor allem Menschen mit Atemwegserkrankungen oder anderen hochansteckenden Krankheiten kauften sonst die Masken, sagt Neubarth.

Ein Mundschutz hilft aber vor allem dabei, andere nicht anzustecken. "Der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit", sagte Bernd Salzberger, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie der Deutschen Presse-Agentur. Dünne Papiermasken sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) ohnehin ineffektiv. Wenn überhaupt, helfen laut RKI die dickeren FFP2-Atemschutzmasken. Am besten schützen Masken aber wohl den Träger vor sich selbst - der kann sich dann nämlich nicht mehr an Mund und Nase fassen, was ein häufiger Infektionsweg ist.

Immerhin: Hände-Desinfektionsmittel gibt es noch in Drogerien und Apotheken. Gründliches Händewaschen und gelegentliche Desinfektion sind laut Experten ohnehin ein besserer Schutz als die Gesichtsmasken.

© SZ vom 29.01.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Coronavirus
:Wie man sich vor einer Virusinfektion schützen kann

Auch Bayern hat das Coronavirus mittlerweile erreicht. Obwohl das Gesundheitsministerium eine weitere Ausbreitung für nicht wahrscheinlich hält, bleibt ein Restrisiko. Wie man einer Ansteckung vorbeugen kann.

Von Hanno Charisius

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: